Lage­ana­ly­se und Poli­tik­emp­feh­lun­gen

Sechs Punk­te für Bela­rus:

  • Ein­rich­tung des Amtes eines EU-Son­der­be­auf­trag­ten für die Zusam­men­ar­beit mit der bela­rus­si­schen Zivil­ge­sell­schaft
  • Ein­rich­tung eines Bera­ter­krei­ses für die Bela­rus­si­sche Oppo­si­ti­on mit erfah­re­nen euro­päi­schen Poli­ti­kern im Rah­men der poli­ti­schen Stif­tun­gen
  • Kon­sul­ta­ti­on und Ein­be­zie­hung der bela­rus­si­schen Oppo­si­ti­on beim Dia­log der Euro­päi­schen Uni­on mit dem bela­rus­si­schen Regime und bei der Pla­nung und Umset­zung von Initia­ti­ven
  • Eröff­nung von Ver­hand­lun­gen über ein Visums­er­leich­te­rungs­ab­kom­men der Euro­päi­schen Uni­on mit Bela­rus mit dem Ziel der Abschaf­fung der Visum­ge­büh­ren für bela­rus­si­sche Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gemäß der Ent­schlie­ßung des Euro­päi­schen Par­la­ments vom 21. Febru­ar 2008 (EuB-EP 1672)
  • För­de­rung natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler zivil­ge­sell­schaft­li­cher Insti­tu­tio­nen, die ohne Zustim­mung bela­rus­si­scher Insti­tu­tio­nen aus­kommt, etwa im Rah­men von Small Grant Pro­gram­men
  • Ein­set­zung einer Arbeits­grup­pe aus loka­len und inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­ver­tei­di­gern zur Unter­stüt­zung von Opfern von Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in Bela­rus, wie dies in der Reso­lu­ti­on 1606 der Par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lung des Euro­pa­ra­tes zum Miss­brauch des Straf­rechts­sys­tems in Bela­rus vom 15. April 2008 gefor­dert wird

Ziel­set­zun­gen des Papiers Bela­rus liegt im geo­gra­phi­schen Zen­trum Euro­pas zwi­schen Polen und Russ­land. Poli­tisch hat es nach dem Ende des Kal­ten Krie­ges in frei­en und fai­ren Wah­len sei­ne poli­ti­sche Ori­en­tie­rung noch nicht sta­bi­li­sie­ren kön­nen, ganz zu schwei­gen von einer demo­kra­ti­schen Ord­nung euro­päi­schen Stan­dards. Das auto­ri­tä­re, aus mani­pu­lier­ten Wah­len her­vor­ge­gan­ge­ne Regime Luka­schen­kos bevor­zugt eine star­ke Anbin­dung an Russ­land – aller­dings als unab­hän­gi­ger sou­ve­rä­ner Staat. Die Euro­päi­sche Uni­on und ihre Mit­glied­staa­ten drän­gen das Regime zu sub­stan­ti­el­len Refor­men, um freie und fai­re Wah­len, ein demo­kra­tisch hand­lungs­fä­hi­ges Par­la­ment und die Unab­hän­gig­keit der Gerich­te zu errei­chen. Damit wür­den auch die erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für eine freie Ent­schei­dung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger des Lan­des über eine mög­li­che Annä­he­rung an die Euro­päi­sche Uni­on geschaf­fen. Die Ver­ei­ni­gung „Men­schen­rech­te in Bela­rus e.V.“ hält es für unver­zicht­bar, die Fähig­keit der Zivil­ge­sell­schaft zu stär­ken, an der Gestal­tung der Poli­tik des Lan­des wirk­sam teil­zu­neh­men, d.h. die demo­kra­ti­schen Kräf­te in den Par­tei­en und den gesell­schaft­li­chen Struk­tu­ren zu unter­stüt­zen, das Infor­ma­ti­ons­mo­no­pol des Regimes zu bre­chen, die Ver­let­zung von Men­schen­rech­te zu been­den und die Markt­wirt­schaft gegen­über der staat­li­chen Domi­nanz in der Wirt­schaft zu stär­ken. Unter den Jugend­li­chen wach­sen die Skep­sis gegen­über dem und die Distanz zum Regime. Jun­ge Men­schen aus Bela­rus soll­ten daher die Ent­wick­lung der Euro­päi­schen Uni­on und ihrer Mit­glied­staa­ten unmit­tel­bar ken­nen ler­nen. Die Emp­feh­lun­gen der Ver­ei­ni­gung für die kon­zep­tio­nel­le Stra­te­gie und für die prak­ti­sche Poli­tik der Euro­päi­schen Uni­on und der Mit­glieds­staa­ten beru­hen auf der Ana­ly­se der inne­ren Ent­wick­lung von Bela­rus und sei­ner inter­na­tio­na­len Posi­tio­nie­rung. Die Lage: Die Russ­land-Abhän­gig­keit von Bela­rus wächst Putin und Luka­schen­ko haben mit ihren Ver­ein­ba­run­gen vom Dezem­ber 2007 die Fort­set­zung der engen Zusam­men­ar­beit zwi­schen den bei­den Staa­ten bekräf­tigt. Die rus­si­sche Ent­schei­dung vom Janu­ar 2007, die bis­he­ri­ge Begüns­ti­gung des bela­rus­si­schen Part­ners bei den Prei­sen für Erd­öl und Erd­gas schritt­wei­se, schließ­lich aber sub­stan­ti­ell zu redu­zie­ren und in den kom­men­den Jah­ren die Prei­se an das Welt­markt­ni­veau anzu­pas­sen, hat nicht zu einer Locke­rung der wirt­schaft­li­chen Ver­knüp­fung geführt. Die Abhän­gig­keit von Russ­land ist hin­ge­gen nur ver­la­gert wor­den:

  • Das Eigen­tum an der bela­rus­si­schen Tran­sit­lei­tung geht auf rus­si­sche Fir­men über;
  • Rus­si­sche Ölfir­men las­sen auf eige­ne Rech­nung in bela­rus­si­schen Ölraf­fi­ne­ri­en rus­si­sches Erd­öl ver­ar­bei­ten und füh­ren es selbst auf den west­li­chen Markt aus. Bela­rus ver­dient dem­nach nur an der Ver­ar­bei­tung des Erd­öls, nicht aber an der Ver­mark­tung der Pro­duk­te. Die Raf­fi­ne­rie­ka­pa­zi­tät und ent­spre­chen­de Arbeits­kräf­te in Bela­rus wer­den wei­ter­hin voll genutzt.
  • Die Anhe­bung des Erd­gas­prei­ses für 2008 von bis­her 100 USD auf 119 USD pro 1.000 cbm blieb unter dem befürch­te­ten oder erwar­te­ten Aus­maß (160 USD) Im Jah­re 2007 hat­te es hin­ge­gen eine deut­lich spür­ba­re­re Preis­er­hö­hung gege­ben: von 49 USD auf 100 USD pro 1.000 cbm Gas.
  • Die Bereit­stel­lung von rus­si­schen Kre­di­ten in Höhe von 1,5 Mrd. USD und die Zusa­ge wei­te­rer Kre­di­te ver­stär­ken den rus­si­schen Ein­flus­ses auf das wirt­schaft­li­che und finan­zi­el­le Gesche­hen in Bela­rus. Bela­rus braucht Kre­di­te und indus­tri­el­le Inves­ti­tio­nen.
  • Mit dem von Bela­rus geplan­ten Bau eines Atom­kraft­werks mag die Abhän­gig­keit von rus­si­schem Erd­gas und Erd­öl abneh­men, jedoch nicht die Abhän­gig­keit von Russ­land (Tech­no­lo­gie, Kre­di­te, Brenn­stoff-Ver­sor­gung für das Nukle­ar­kraft­werk)

Der auf Grund der Ver­schlech­te­rung der bela­rus­si­schen „Terms of Tra­de“ erwar­te­te Knick im Wachs­tum der bela­rus­si­schen Wirt­schaft blieb aus. Aller­dings ver­stär­ken sich infla­tio­nä­re Ten­den­zen. Begüns­ti­gun­gen bestimm­ter Bevöl­ke­rungs­grup­pen (Stu­den­ten, Kriegs-Vete­ra­nen) wur­den abge­baut, bzw. ver­la­gert. Die Arbeits­lo­sig­keit nimmt zu, wenn auch nicht dra­ma­tisch. Das Regime ver­sucht, die Wirt­schaft zu diver­si­fi­zie­ren und west­li­che Inves­ti­tio­nen zu akti­vie­ren. Auch wen­det es sich mit sei­nen Pro­duk­ten über­see­ischen Märk­ten zu. Mit der Ver­ein­ba­rung über gemein­sa­me Ölför­de­rung in Vene­zue­la hat die Regie­rung einen ers­ten Erfolg in ihrem Bemü­hen ver­zeich­nen kön­nen, sich von rus­si­schen Ener­gie­lie­fe­run­gen unab­hän­gi­ger zu machen. Es ist fest­zu­stel­len: Die wirt­schaft­li­che Abhän­gig­keit des Lan­des von Mos­kau hat sich ver­stärkt. Der wirt­schaft­li­che Ein­fluss Russ­lands auf Bela­rus nimmt zu, und damit auch das poli­ti­sche Gewicht Mos­kaus in Bela­rus. Wirt­schaft­lich rele­van­te Infra­struk­tur des Lan­des geht in rus­si­sche Hän­de über. Ohne Ver­än­de­rung sei­ner innen- und außen­po­li­ti­schen Ori­en­tie­rung und Poli­tik, d.h. ohne die sub­stan­zi­el­le Öff­nung zur Euro­päi­schen Uni­on ver­fügt Luka­schen­ko nur über begrenz­te Mög­lich­kei­ten, die Abhän­gig­keit von Mos­kau zu ver­rin­gern. Der­zeit stark geför­der­te Kon­tak­te mit außer­eu­ro­päi­schen Märk­ten wie Vene­zue­la, Iran und Chi­na kön­nen dies bis­lang nicht wesent­lich ändern. Die Zusam­men­ar­beit mit inter­na­tio­na­len Ban­ken wie der Welt­bank und der Euro­päi­schen Bank für Wie­der­auf­bau und Ent­wick­lung nimmt aller­dings zu. Mos­kau braucht kei­ne staats­recht­lich oder völ­ker­recht­lich rele­van­te Uni­on mit Bela­rus, um sei­nen Ein­fluss in Minsk zu kon­so­li­die­ren. Die Lage der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Oppo­si­ti­on im Lan­de 1. Das Anse­hen Luka­schen­kos in der Bevöl­ke­rung liegt etwas über der 40 Pro­zent­mar­kie­rung, ist aber ten­den­zi­ell abneh­mend. Ob die­se Ten­denz auf die abneh­men­de Wirk­sam­keit der Regie­rungs­pro­pa­gan­da zurück­zu­füh­ren ist oder auf sub­jek­ti­ve Vor­stel­lun­gen der Bür­ger, ist schwer zu beur­tei­len. Jeden­falls hat die Bewe­gung der Oppo­si­ti­on kei­nen ent­spre­chen­den Auf­schwung erfah­ren. Unbe­strit­ten ist aber auch die Tat­sa­che, dass die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung skep­tisch gegen­über der von der Euro­päi­schen Uni­on gefor­der­ten und geför­der­ten Markt­wirt­schaft und deren sozia­len Fol­gen für die Men­schen im Lan­de ist. In der Bevöl­ke­rung nimmt die Zustim­mung für einen pro-euro­päi­schen Kurs zu, aber die Umset­zung in eine ent­spre­chen­de Poli­tik wird nur von weni­gen Fach­leu­ten unter­sucht und pro­pa­giert. Es man­gelt an soli­den bela­rus­si­schen Ana­ly­sen der wirt­schaft­li­chen und tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen in Russ­land und in der Euro­päi­schen Uni­on, um die Stär­ken und Schwä­chen der bela­rus­si­schen Wirt­schaft und ihrer Per­spek­ti­ven auf die­sen Märk­ten im Ver­gleich bewer­ten zu kön­nen. Unter der Jugend gibt es viel Oppo­si­ti­on zu der vom Regime geför­der­ten Staats­ju­gend, auch Oppo­si­ti­on gegen die Unter­drü­ckungs­po­li­tik des Regimes, aber kaum Enga­ge­ment in den Fra­gen der Reform des Lan­des, um es euro­pa­fä­hig zu machen. Die demo­kra­ti­schen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se in der Ukrai­ne wer­den in Bela­rus mit Inter­es­se ver­folgt, haben aber weder zur Ver­stär­kung der Oppo­si­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten noch zu einer Auf­bruchs­stim­mung geführt, wie sie in der Ukrai­ne in erheb­li­chem Umfang fort­be­steht. 2. Die Unter­drü­ckung der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Oppo­si­ti­on setzt sich unge­bro­chen fort. Ange­sichts der grö­ße­ren Bedeu­tung, die das Regime der wirt­schaft­li­chen Zusam­men­ar­beit mit Län­dern der Euro­päi­schen Uni­on bei­misst, war von eini­gen Krei­sen im Wes­ten eine innen­po­li­ti­sche Auf­lo­cke­rung erwar­tet wor­den. Sie trat nur mar­gi­nal und nur vor­über­ge­hend in Ver­bin­dung mit dem von der Oppo­si­ti­on orga­ni­sier­ten „Euro­pa-Marsch“ ein. Die nega­ti­ve Ein­schät­zung der Unter­drü­ckungs­po­li­tik des Regimes durch die Euro­päi­sche Uni­on und die poli­ti­sche Öffent­lich­keit im Wes­ten (Euro­pa, USA) blieb unver­än­dert. Die von den euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen gefor­der­te Ent­las­sung poli­ti­scher Häft­lin­ge fin­det zum Teil statt. Eine der Schlüs­sel­per­so­nen der Oppo­si­ti­on – Kasu­lin – ist jedoch wei­ter­hin im Gefäng­nis. Wei­te­re Oppo­si­tio­nel­le wer­den ver­haf­tet. Kasu­lins Frau starb am 24. Febru­ar 2008. Für das Begräb­nis durf­te Kasu­lin das Gefäng­nis für drei Tage ver­las­sen. 3. Die Erwar­tun­gen an die Umset­zung der von der Oppo­si­ti­on und vom Wes­ten gefor­der­ten sub­stan­zi­el­len Wahl­rechts­re­form in Ver­bin­dung mit den für Ende Sep­tem­ber 2008 geplan­ten Par­la­ments­wah­len sind gering. Gleich­wohl wer­den die Oppo­si­ti­ons­par­tei­en an den Wah­len teil­neh­men, um sich im Land bekannt zu machen und um der Welt­öf­fent­lich­keit und den Men­schen im eige­nen Lan­de die Wahl­ma­ni­pu­la­tio­nen des Regimes vor Augen zu füh­ren. Man­che Beob­ach­ter hal­ten die Oppo­si­ti­on für schwach und zer­strit­ten. Der Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat 2006, Alex­an­der Milin­ke­witsch, hat sich nach den Wah­len nicht als Füh­rer der Oppo­si­ti­on behaup­ten kön­nen und bemüht sich, eine lan­des­wei­te Frei­heits­be­we­gung zu schaf­fen. An den Par­la­ments­wah­len wird sei­ne „Bewe­gung für die Frei­heit“ nicht teil­neh­men. Die demo­kra­ti­schen Par­tei­en sind gespal­ten. Die meis­ten arbei­ten im Demo­kra­ti­schen Füh­rungs­rat zusam­men; die Sozi­al­de­mo­kra­ten sind gespal­ten. Die Grup­pie­rung des im Gefäng­nis ein­sit­zen­den Kasu­lin setzt sich eben­so für einen pro-euro­päi­schen Kurs ein, wie die von Niko­lai Stat­ke­witsch geführ­te, heu­te aber mar­gi­na­li­sier­te Grup­pie­rung Die Defi­zi­te der Oppo­si­ti­on kön­nen nicht über­se­hen wer­den. Die Ursa­chen dafür sind weni­ger in der Hand­lungs­un­fä­hig­keit von Struk­tu­ren und poli­ti­schen Füh­rern zu sehen, die sich im poli­ti­schen Rin­gen für ein frei­es Bela­rus ein­set­zen, son­dern vor allem in der fort­be­stehen­den Wir­kung des staat­li­chen Unter­drü­ckungs­ap­pa­ra­tes (Angst­fak­tor) und der poli­ti­schen Beein­flus­sung der öffent­li­chen Mei­nung durch das Infor­ma­ti­ons- und Medi­en­mo­no­pol des Regimes. Das Land zeich­ne sich, wie die Staats­mei­nung lau­tet, durch poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che und damit auch sozia­le Sta­bi­li­tät aus, die es in die­ser Aus­prä­gung weder in Russ­land, noch in der Ukrai­ne und schon gar nicht in der Euro­päi­schen Uni­on gäbe. Die­se Mei­nung wird unre­flek­tiert von der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung über­nom­men, sie wird nicht hin­ter­fragt. Die von der Oppo­si­ti­on gefor­der­te Ori­en­tie­rung nach Euro­pa wer­de, wie die offi­zi­el­len Mei­nungs­ma­cher vor­ge­ben, zu sozia­ler Ungleich­heit füh­ren, eben­so die Hin­wen­dung nach Russ­land. Soll­te das Macht- und Mei­nungs­mo­no­pol ent­fal­len, wür­de sich indes­sen eine Auf­fä­che­rung des Mei­nungs­bil­des erge­ben eben­so wie bei der poli­ti­schen Ori­en­tie­rung. Ange­sichts der Ver­teue­rung der Ener­gie für Bela­rus wer­den Inves­ti­tio­nen im Indus­trie­sek­tor zwin­gend not­wen­dig, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit bela­rus­si­scher Pro­duk­te auf dem rus­si­schen und vor allem auf dem EU-Markt zu errei­chen bzw. zu ver­bes­sern. Bela­rus hat wegen der feh­len­den Wirt­schafts- und Koope­ra­ti­ons­ab­kom­men kei­nen pri­vi­le­gier­ten Zugang zum Euro­päi­schen Markt. Wäh­rend sich in der Ver­ei­nig­ten Bür­ger­par­tei pro-euro­päi­sche und pro-rus­si­sche Ori­en­tie­run­gen etwa die Waa­ge hal­ten, domi­nie­ren in den ande­ren poli­ti­schen Par­tei­en und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Bewe­gun­gen die pro-euro­päi­schen Ten­den­zen. 4. In der öffent­li­chen Mei­nungs­bil­dung hat es fol­gen­de Ten­den­zen gege­ben: Ver­trau­en in den Prä­si­den­ten von Bela­rus Alex­an­der Luka­schen­ko 04/​2006 05/​2007 03/​2008 Ver­trau­en 57,3 59,6 47,3 Ver­trau­en nicht 31,4 32,7 38,0 Über­ein­stim­mung mit der Art der Regie­rungs­füh­rung 06/​2006 05/​2007 03/​2008 Ent­wi­ckelt sich in die rich­ti­ge Rich­tung 59,6 57,8 50,2 Ent­wi­ckelt sich in die fal­sche Rich­tung 31,0 30,0 34,5 Bevor­zu­gung einer Inte­gra­ti­on mit Russ­land bzw. Bei­tritt zur EU 06/​2006 06/​2007 03/​2008 Inte­gra­ti­on mit Russ­land 47,7 56,5 45,3 Bei­tritt zur EU 37,6 29,3 33,4 Quel­le: IISEPS News, 1(47), 2008, www​.iiseps​.org Fazit Die Schwä­chen des Regimes bei wach­sen­der wirt­schaft­li­cher und damit auch poli­ti­scher Abhän­gig­keit von Russ­land und bei abneh­men­der Kon­kur­renz­fä­hig­keit der bela­rus­si­schen Indus­trie auf dem rus­si­schen und dem west­eu­ro­päi­schen Markt infol­ge aus­blei­ben­der Moder­ni­sie­rung der Indus­trie sind den Men­schen in Belaus noch nicht im vol­len Umfang bewusst. Auch dass der Bau von Nukle­ar­kraft­wer­ken die Abhän­gig­keit von Russ­land (Brenn­stä­be, Finan­zie­rung, Tech­no­lo­gie, End­la­ge­rung) eher noch erhöht, spielt in der Debat­te bis­her eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Die For­de­run­gen des EU-Memo­ran­dums zu Bela­rus vom 21. Novem­ber 2006 und das lang­fris­ti­ge Ziel der Asso­zi­ie­rung und Mit­glied­schaft in der Euro­päi­schen Uni­on konn­te die Oppo­si­ti­on bis­her kaum für sich nutz­bar machen und in der Öffent­lich­keit dis­ku­tie­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund dürf­te es wün­schens­wert sein, dass die euro­päi­schen Bera­ter und poli­ti­schen Gesprächs­part­ner die poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Oppo­si­ti­on bei der Ver­stär­kung der gemein­sa­men Hand­lungs­fä­hig­keit unter­stüt­zen, auf die es ja in der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Bür­gern und der Wir­kung des öffent­li­chen und poli­ti­schen Enga­ge­ments ankommt. Die Bela­rus­po­li­tik der Euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen, der Mit­glied­staa­ten und der Zivil­ge­sell­schaft in der Euro­päi­schen Uni­on 1. Bemü­hun­gen um einen kon­struk­ti­ven Dia­log mit dem Regime sowie die öffent­li­che Ver­ur­tei­lung sei­ner Unter­drü­ckungs­maß­nah­men hal­ten sich in den euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen und in den Äuße­run­gen von Par­la­men­ten und Regie­run­gen in Euro­pa die Waa­ge. Im Umgang mit der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Oppo­si­ti­on über­wiegt die Pra­xis der ereig­nis­ori­en­tier­ten Reak­ti­on, z.B. zum Jah­res­tag der März-Demons­tra­ti­on nach den Prä­si­dent­schafts­wah­len im Jahr 2006. Der Oppo­si­ti­ons­kan­di­dat Milin­ke­witsch wur­de vom Euro­päi­schen Par­la­ment mit der Aus­zeich­nung des Sak­ha­row-Prei­ses geehrt. Das konn­te aber nicht bewir­ken, ihn – mit dem poli­ti­schen Rücken­wind der Euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen – als Füh­rer der ver­ei­nig­ten Oppo­si­ti­on zu eta­blie­ren. Mit dem Bela­rus-Memo­ran­dum vom 21. Novem­ber 2006 hat die Euro­päi­sche Uni­on poli­ti­sches Enga­ge­ment im Rin­gen mit dem Regime um demo­kra­ti­sche Refor­men gezeigt und den Men­schen im Lan­de Soli­da­ri­tät bekun­det, die dem Unter­drü­ckungs­sys­tem aus­ge­setzt sind. Das vom Euro­päi­schen Rat und der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on im Novem­ber 2006 ver­ab­schie­de­te „Non-Paper“ zu Bela­rus, das als „Bot­schaft an die Bevöl­ke­rung des Lan­des“ prä­sen­tiert wur­de, ver­schärft den For­de­rungs­ka­ta­log an das Regime und stellt ein poli­ti­sches und wirt­schaft­li­ches Ent­ge­gen­kom­men nur bei Preis­ga­be spe­zi­fi­scher Unter­drü­ckungs­maß­nah­men gegen die Bevöl­ke­rung und inhalt­li­chen Annä­he­run­gen an die Demo­kra­tie-Stan­dards Euro­pas in Aus­sicht. Die Frei­las­sung poli­ti­scher Häft­lin­ge wird mit beson­de­rem Nach­druck gefor­dert. 2. Die Oppo­si­ti­on wird aber immer noch nur zufäl­lig und allen­falls mar­gi­nal bei der Aus­ar­bei­tung von Ent­schlie­ßun­gen euro­päi­scher oder natio­na­ler Insti­tu­tio­nen zu Bela­rus kon­sul­tiert. Eine bes­se­re Abstim­mungs­pra­xis soll­te Platz grei­fen. In die­sem Rah­men könn­te von Zeit zu Zeit das „Non Paper“ der EU zu Bela­rus den sich ver­än­dern­den gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ver­hält­nis­sen in Bela­rus ange­passt wer­den. Ange­sichts der zuneh­mend kri­ti­scher wer­den­den Hal­tung der Euro­päi­schen Uni­on und vie­ler ihrer Mit­glied­staa­ten gegen­über den sich ver­stär­ken­den auto­ri­tä­ren Ten­den­zen in Russ­land, die sich auch mit mas­si­ven Wahl­ma­ni­pu­la­tio­nen bei den Par­la­ments­wah­len in Russ­land im Dezem­ber 2007 deut­lich zeig­ten, nimmt die bis­lang demons­trier­te Bereit­schaft West­eu­ro­pas ab, rus­si­sche Inter­es­sen bei der Ent­wick­lung der eige­nen Poli­tik gegen­über Minsk zu berück­sich­ti­gen. Im Rah­men des European Instru­ment for Demo­cra­cy and Human Rights (EIDHR) hat die Euro­päi­sche Uni­on Gel­der für Pro­jek­te zur För­de­rung von Demo­kra­tie und Men­schen­rech­te in Bela­rus bereit­ge­stellt. Dazu gehört die Unter­stüt­zung für unab­hän­gi­ge Medi­en im Zeit­raum 2008 bis 2013 sowie die Unter­stüt­zung eini­ger deut­scher und ost­eu­ro­päi­scher Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, um die Durch­füh­rung einer geziel­ten Lang- und Kurz­zeit- Wahl­be­ob­ach­tung durch ein­hei­mi­sche Struk­tu­ren bei den Par­la­ments­wah­len im Herbst 2008 in Bela­rus zu ermög­li­chen. Die Euro­päi­sche Uni­on hat 2 Mio. Euro für ein euro­päi­sche Radio- und TV-Pro­gramm für Bela­rus ein­ge­stellt. Mit die­ser Sum­me ist nur ein ein­ge­schränk­tes Pro­gramm mög­lich. Gleich­zei­tig enga­gie­ren sich Polen mit der Finan­zie­rung voll­wer­ti­ger eige­ner Radio- und Fern­seh­pro­gram­me (Radio Racy­ja, Bel­SAT). Die rus­si­sche Redak­ti­on der Deut­sche Wel­le sen­det ein Fens­ter für Bela­rus. Das Feh­len einer koor­di­nier­ten Medi­en­po­li­tik der Euro­päi­schen Uni­on für Bela­rus ist offen­sicht­lich und ange­sichts feh­len­der Pres­se­frei­heit in Bela­rus bedenk­lich. 3. Eine struk­tu­rier­te pro-akti­ve Poli­tik in Koope­ra­ti­on mit den Oppo­si­ti­ons­kräf­ten ist wei­ter­hin weder bei der Euro­päi­schen Uni­on noch bei den wich­tigs­ten EU-Mit­glied­staa­ten in Sicht. Eine so struk­tu­rier­te Poli­tik und Part­ner­schaft mit und gegen­über der Zivil­ge­sell­schaft und dabei ins­be­son­de­re mit der poli­ti­schen und der gesell­schaft­li­chen Oppo­si­ti­on muss wei­ter­hin ange­mahnt wer­den. Eine sol­che Poli­tik wäre die wirk­sams­te Form der För­de­rung der unter­drück­ten Oppo­si­ti­on und könn­te ein wirk­sa­mes Gegen­ge­wicht zum Druck des Regimes gegen die Oppo­si­ti­on dar­stel­len. Den im Jah­re 2007 durch­ge­führ­ten Bela­rus-Kon­fe­ren­zen man­gel­te es mit Aus­nah­me des jähr­lich statt­fin­den­den Minsk-Forums an Nach­hal­tig­keit. Das Minsk-Forum weist man­che Vor­tei­le auf, macht aber auch stän­dig die vom Regime erzwun­ge­ne öffent­li­che Dis­kri­mi­nie­rung der Oppo­si­ti­on auf den Podi­en mani­fest und ist mit der Ver­wei­ge­rung von Visen für aus­län­di­sche Regime-Geg­ner ver­bun­den – eine nicht hin­nehm­ba­re Ein­engung einer poli­tisch-aka­de­mi­schen Ver­an­stal­tung. Wir brau­chen Ver­an­stal­tun­gen mit Nach­hal­tig­keit und bela­rus­si­scher, qua­li­fi­zier­ter Betei­li­gung im Wes­ten. Wir müs­sen dar­über spre­chen, wie wir das zu Stan­de brin­gen kön­nen. Nach Mög­lich­keit soll­ten sol­che Kon­fe­ren­zen zu kon­kre­ten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen füh­ren. Zusam­men­fas­send bleibt fest­zu­stel­len Bela­rus erscheint wie­der auf der Prio­ri­tä­ten­lis­te der EU-Außen­ko­ope­ra­ti­on auf dem Fel­de der Demo­kra­tie­för­de­rung. Die Bereit­schaft, sich für Bela­rus zu enga­gie­ren, ist gestie­gen. Dies hat sich bis­her nicht spür­bar in poli­ti­schen Initia­ti­ven und erhöh­ter finan­zi­el­ler Aus­stat­tung aus­ge­wirkt.

    • Die Oppo­si­ti­on in Bela­rus wird bei der Erar­bei­tung von Stra­te­gi­en der Euro­päi­schen Uni­on zu Bela­rus nur mar­gi­nal und zufäl­lig ein­be­zo­gen.
    • Die Instru­men­te der Euro­päi­schen Nach­bar­schafts­po­li­tik (ENP) sind für Bela­rus wei­test­ge­hend unge­eig­net, weil sie von der Zustim­mung der ent­spre­chen­den Regie­rung abhän­gen. Allein das Instru­ment zur För­de­rung von Demo­kra­tie und Men­schen­rech­te (EIDHR) bie­tet Hand­lungs­mög­lich­kei­ten. Das zu Jah­res­be­ginn ange­kün­dig­te Vor­ha­ben der Kom­mis­si­on zur Reform der ENP-Instru­men­te lässt des­halb hof­fen.
    • Ein gro­ßes Man­ko bleibt das größ­ten­teils wenig koor­di­nier­te und wenig struk­tu­rier­te Vor­ge­hen der ein­zel­nen Mit­glied­staa­ten in Bezug auf Bela­rus.

Emp­feh­lun­gen an eine euro­päi­sche Bela­rus­po­li­tik

  • Ein­rich­tung des Amtes eines EU-Son­der­be­auf­trag­ten für die Zusam­men­ar­beit mit der bela­rus­si­schen Zivil­ge­sell­schaft und eines dar­an ange­glie­der­ten Demo­kra­tie­fonds für Bela­rus, um die Zusam­men­ar­beit mit der poli­ti­schen und der gesell­schaft­li­chen Oppo­si­ti­on in Bela­rus­för­dern.
  • Der EU-Son­der­be­auf­trag­te könn­te zudem einen Bei­trag zur wei­te­ren Koor­di­nie­rung der Bela­rus­po­li­ti­ken der EU-Mit­glied­staa­ten leis­ten.
  • Ein­rich­tung eines Bera­ter­krei­ses für die Bela­rus­si­sche Oppo­si­ti­on mit erfah­re­nen euro­päi­schen Poli­ti­kern im Rah­men der poli­ti­schen Stif­tun­gen.
  • Die Poli­ti­schen Stif­tun­gen soll­ten das Gespräch über die Bil­dung einer deutsch-bela­rus­si­schen Arbeits­grup­pe (Run­der Tisch Bela­rus) eröff­nen, die auf EU-Sei­te „hoch­ran­gig“ und fach­lich qua­li­fi­ziert zusam­men­ge­setzt sein und das EU-The­ma bear­bei­ten soll­te. Die bela­rus­si­sche Sei­te könn­te aus dem Krei­se der inter­es­sier­ten poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Oppo­si­ti­ons­struk­tu­ren gebil­det wer­den.
  • Grund­sätz­li­che Kon­sul­ta­ti­on und Ein­be­zie­hung der bela­rus­si­schen Oppo­si­ti­on beim Dia­log der Euro­päi­schen Uni­on mit dem bela­rus­si­schen Regime und bei der Pla­nung und Umset­zung von Initia­ti­ven
  • Eröff­nung von Ver­hand­lun­gen über ein Visums­er­leich­te­rungs­ab­kom­men der Euro­päi­schen Uni­on mit Bela­rus mit dem Ziel der Abschaf­fung der Visum­ge­büh­ren für bela­rus­si­sche Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, wie dies die Ent­schlie­ßung des Euro­päi­schen Par­la­ments vom 21. Febru­ar 2008 (EuB-EP 1672) for­dert
  • Die EU soll­te deut­li­cher als bis­her zwi­schen den Ange­bo­ten unter­schei­den, die an die Erfül­lung der von ihr for­mu­lier­ten Bedin­gun­gen durch die bela­rus­si­sche Regie­rung geknüpft sind und jenen, die zum Wohl der bela­rus­si­schen Bevöl­ke­rung auch unab­hän­gig von einem Kurs­wan­del der offi­zi­el­len bela­rus­si­schen Poli­tik gemacht wer­den soll­ten. Die gegen­wär­tig nur fall­wei­se mög­li­che Redu­zie­rung von oder Ver­zicht auf Visums-Gebüh­ren soll­te in einem ers­ten Schritt den Spiel­raum des Schen­gen-Besitz­stands nut­zen und allen jun­gen Men­schen aus Bela­rus kos­ten­lo­se Visa garan­tie­ren, wie dies in Anträ­gen des Bun­des­ta­ges vom 14. April 2008 gefor­dert wird. In einem nächs­ten Schritt soll­te die EU trotz Kon­takt­sper­re mit dem Regime Ver­hand­lun­gen über ein Visums­er­leich­te­rungs­ab­kom­men eröff­nen und hier­bei auf einen voll­stän­di­ge Ver­zicht auf Visum­ge­büh­ren für Bela­rus ori­en­tie­ren, wie dies die Ent­schlie­ßung des Euro­päi­sche Par­la­ments vom 21. Febru­ar 2008 vor­schlägt.
  • Finan­zi­el­le För­de­rung natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler zivil­ge­sell­schaft­li­cher Struk­tu­ren, die ohne Zustim­mung bela­rus­si­scher Insti­tu­tio­nen aus­kommt, etwa im Rah­men von Small Grant Pro­gram­men.
  • Dazu gehö­ren Aus­tausch­pro­gram­me und -initia­ti­ven, unab­hän­gi­ge gesell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen auf loka­ler, natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne, unab­hän­gi­ge Medi­en und Kul­tur­struk­tu­ren, Bil­dung und Wis­sen­schaft.
  • Ein­set­zung einer Arbeits­grup­pe aus loka­len und inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­ver­tei­di­gern zur Unter­stüt­zung von Opfern von Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in Bela­rus, wie dies in der Reso­lu­ti­on 1606 der Par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lung des Euro­pa­ra­tes zum Miss­brauch des Straf­rechts­sys­tems in Bela­rus vom 15. April 2008 gefor­dert wird.

Ver­ein Men­schen­rech­te in Bela­rus 1. Die kon­ti­nu­ier­li­che Aus­spra­che im Krei­se der Ver­ei­ni­gung „Men­schen­rech­te in Bela­rus“ soll hel­fen, mög­li­che För­der­maß­nah­men für Struk­tu­ren zu defi­nie­ren und Initia­ti­ven zu ergrei­fen oder zu för­dern. 2. Die Ver­ei­ni­gung „Men­schen­rech­te in Bela­rus“ soll­te auch im Jah­re 2008 zusam­men mit ande­ren Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­ten, wie der Deutsch-Bela­rus­si­schen Gesell­schaft, der Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik, der DGAP und der Deut­schen Gesell­schaft für Ost­eu­ro­pa­kun­de Schlüs­sel­per­so­nen der poli­ti­schen und der gesell­schaft­li­chen Oppo­si­ti­on in Bela­rus zu Besu­chen nach Deutsch­land ein­la­den. Mit die­sen Kon­tak­ten soll­te die Bil­dung ver­läss­li­cher grenz­über­schrei­ten­der Netz­wer­ke geför­dert wer­den. 3. Par­la­ments­wah­len am 28. Sep­tem­ber 2008 An geeig­ne­ter Stel­le soll­te in Koope­ra­ti­on mit ande­ren Ein­rich­tun­gen (Deutsch-Bela­rus­si­sche Gesell­schaft, Deut­sche Wel­le) in Ber­lin – nach Mög­lich­keit auch par­al­lel dazu in War­schau, Vil­ni­us, Minsk und Mos­kau – ein Zen­trum für die sys­te­ma­ti­sche Ver­brei­tung von Infor­ma­tio­nen über die Par­la­ments­wah­len 2008 gebil­det wer­den, z.B. im „Haus der Demo­kra­tie“, Ber­lin. Dort soll­ten auch Ver­an­stal­tun­gen zu The­men des Wahl­kamp­fes und der Wah­len statt­fin­den (Podi­ums­dis­kus­sio­nen, Inter­views).