Zur Lage in Bela­rus und Emp­feh­lun­gen für akti­ve Maß­nah­men der Euro­päi­schen Uni­on sowie ihrer Mit­glied­staa­ten

Alex­an­der Luka­schen­ko ist der Herr „im Hau­se Bela­rus“, unter­bin­det skru­pel­los Mani­fes­ta­tio­nen des Unwil­lens in gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Struk­tu­ren und Krei­sen des Lan­des und lässt sich die Ableh­nung ver­tief­ter Zusam­men­ar­beit mit der durch die EURO-Kri­se auf sich selbst zurück­ge­wor­fe­ne Euro­päi­schen Uni­on und ihren Mit­glie­dern von Mos­kau mit güns­ti­gen Prei­sen für Öl und Gas­lie­fe­run­gen und Kre­di­ten hono­rie­ren. Die wirt­schaft­li­che Lage im Lan­de ver­bes­ser­te sich und so auch die Ein­schät­zung Luka­schen­kos durch die Bevöl­ke­rung. Neue Her­aus­for­de­run­gen für das Regime Luka­schen­ko zeich­nen sich ab: Die Umset­zung des Bei­tritts der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on zur Welt­han­dels-Orga­ni­sa­ti­on (WTO) im Juni 2012 – Minsk und Asta­na sind durch die Drei­er-Uni­on mit der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on im „Eura­si­schen Wirt­schafts­raum“ ver­knüpft – zwingt Minsk zur Über­nah­me der Mos­kau­er WTO-Ver­pflich­tun­gen. Die bela­rus­si­schen Pro­duk­te erhal­ten auf dem rus­si­schen Markt neue Kon­kur­ren­ten. Mos­kaus Hand­lungs­spiel­raum für Preis­ma­ni­pu­la­tio­nen bei Öl und Gas zuguns­ten poli­ti­scher Kli­en­ten wie Bela­rus schwin­den. Minsk muss sich erneut dem unge­lös­ten Pro­blem der Erneue­rung des eige­nen indus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­po­ten­zi­als stel­len. Kein Weg führt auf die­sem Gebiet an der Ver­stän­di­gung mit der Euro­päi­schen Uni­on vor­bei, um die­se Moder­ni­sie­rung als Grund­la­ge der Selb­stän­dig­keit des Staa­tes zu errei­chen. Wäh­rend die Selb­stän­dig­keit des Lan­des lang­fris­tig durch die rus­si­sche Bela­rus-Poli­tik gefähr­det wird, steht sie in der Koope­ra­ti­on der Euro­päi­schen Uni­on mit dem Land unver­rück­bar fest. Das The­ma der Moder­ni­sie­rung ist Teil des Dia­logs der Euro­päi­schen Uni­on mit der Zivil­ge­sell­schaft in Bela­rus, die von der Not­wen­dig­keit die­ses nun drin­gend gewor­de­nen Pro­zes­ses über­zeugt ist. Es könn­te zum zen­tra­len The­ma der Zusam­men­ar­beit der Euro­päi­schen Uni­on und ihrer Mit­glied­staa­ten mit Regie­rung, Unter­neh­men und Zivil­ge­sell­schaft wer­den und dem Land eine posi­ti­ve Per­spek­ti­ve auf dem inter­na­tio­na­len Markt eröff­nen. Es man­gelt nicht an infor­mel­len Kon­tak­ten mit Tei­len des Regie­rungs­ap­pa­rats auf die­sem Fel­de. Kon­fron­tiert mit dem sich eta­blie­ren­den poli­ti­schen Pro­test auf den Plät­zen und Stra­ßen Mos­kaus und ande­rer Städ­te macht sich Putin in sei­ner neu­en Amts­pe­ri­ode als Prä­si­dent Russ­lands zum Kom­pli­zen Luka­schen­kos im poli­ti­schen Kampf mit den Mit­teln des auto­kra­ti­schen Straf- und Poli­zei­rechts gegen die lan­des­wei­ten Mani­fes­ta­tio­nen der außer-par­la­men­ta­ri­sche Oppo­si­ti­on. Am 23. Sep­tem­ber 2012 fan­den in Bela­rus Par­la­ments­wah­len statt. Die Wah­len, die Beob­ach­ter als die lang­wei­ligs­ten und düs­ters­ten der Luka­schen­ko-Zeit bezeich­ne­ten, offen­bar­ten die tie­fe Kri­se, in der sich sowohl das Regime als auch die bela­rus­si­sche Oppo­si­ti­on befin­den. Nach­dem eine Woche vor dem Wahl­tag Tei­le der Oppo­si­ti­on den Rück­zug ihrer Kan­di­da­ten erklär­ten und zum Boy­kott der Wah­len auf­rie­fen, betei­lig­ten sich nur noch 313 Kan­di­da­ten an der Wahl um die 110 Sit­ze des weit­ge­hend ein­fluss­lo­sen Reprä­sen­tan­ten­hau­ses. Ein­hei­mi­sche und inter­na­tio­na­le Wahl­be­ob­ach­ter bele­gen Ver­stö­ße gegen das bela­rus­si­sche Wahl­ge­setz sowie gegen inter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen bei allen zen­tra­len Etap­pen des Wahl­pro­zes­ses – von der Zusam­men­stel­lung der Wahl­kom­mis­sio­nen bis zur Stimm­aus­zäh­lung am Wahl­tag. Die Wahl­be­tei­li­gung, die offi­zi­ell mit 74,4 Pro­zent ange­ge­ben wird, dürf­te nach Schät­zun­gen von Wahl­be­ob­ach­tern um 10 bis 15 Pro­zent nied­ri­ger gewe­sen sein. Gerin­ge Wahl­be­tei­li­gung und sozio­lo­gi­sche Umfra­ge­er­geb­nis­se las­sen auf sin­ken­des Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung in die Regie­rung und eine wach­sen­de Iso­la­ti­on der ille­gi­ti­men staat­li­chen Eli­te von der Gesell­schaft schlie­ßen. Im Rin­gen mit Luka­schen­ko hat die Euro­päi­sche Uni­on nach dem Stand vom März 2012 den bela­rus­si­schen Prä­si­den­ten und 242 Mit­glie­der sei­ner Staats­ver­wal­tung sowie eini­ge der ihm nahe­ste­hen­den Wirt­schaft­ler mit Sank­tio­nen belegt (Rei­se­ver­bot; Blo­ckie­rung von Ver­mö­gens­wer­ten und Kon­ten). Dies ist unab­hän­gig von der Rele­vanz der Maß­nah­men für die Poli­tik und die Gesamt­wirt­schaft des Lan­des ein Akt der Soli­da­ri­tät mit den poli­tisch Ver­folg­ten des Regimes, die als Opfer der poli­ti­schen Jus­tiz in den Gefäng­nis­sen dar­ben. Drei­zehn poli­ti­sche Gefan­ge­ne, dar­un­ter die nach den Prä­si­dent­schafts­wah­len im Dezem­ber 2010 ver­haf­te­ten Oppo­si­ti­ons­füh­rer und Vor­kämp­fer für Men­schen­rech­te, wie die Par­tei­füh­rer Niko­lai Stat­ke­witsch und der Men­schen­recht­ler Ales Byalyat­ski, sind in Arbeits­la­gern bzw. Gefäng­nis­sen teil­wei­se beson­ders har­ten Bedin­gun­gen aus­ge­setzt. Auch die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft beob­ach­tet die sich ver­schlech­tern­de Lage auf dem Fel­de der Men­schen­rech­te mit Sor­ge. Am 5. Juli 2012 hat der Rat der Ver­ein­ten Natio­nen für Men­schen­rech­te die Ein­rich­tung eines beson­de­ren Bericht­erstat­ters für die Lage der Men­schen­rech­te in Bela­rus beschlos­sen. Der VN-Rat für Men­schen­rech­te for­dert die sofor­ti­ge Frei­las­sung der Poli­ti­schen Gefan­ge­nen, eine Unter­su­chung der Fol­ter­vor­wür­fe und die Ein­stel­lung aller straf­recht­li­chen und admi­nis­tra­tiv-poli­zei­li­chen Ver­fol­gungs­maß­nah­men gegen Bür­ger des Lan­des für die Aus­übung ihrer ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Grund­rech­te. Die Euro­päi­sche Uni­on und Bela­rus Die Euro­päi­sche Uni­on hat im Rah­men der Öst­li­chen Part­ner­schaft begon­nen, neben der klas­si­schen Bezie­hung zu den Regie­run­gen die­ser Regi­on (Arme­ni­en, Aser­bai­dschan, Bela­rus, Geor­gi­en, Mol­d­o­wa und Ukrai­ne) auch unmit­tel­bar Bezie­hun­gen mit den sich for­mie­ren­den Struk­tu­ren der Zivil­ge­sell­schaft auf­zu­bau­en und in den Pro­zess der poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Annä­he­rung die­ser Län­der an die Euro­päi­schen Uni­on ein­zu­be­zie­hen. Das gegen­wär­tig prak­ti­zier­te Modell der Zusam­men­ar­beit mit der Zivil­ge­sell­schaft in die­sen Län­dern – die jähr­li­chen Ver­an­stal­tun­gen der „Civil Socie­ty Plat­forms“ der Öst­li­chen Part­ner­schaft – ist unzu­rei­chend und führt in die Sack­gas­se, wie über­ein­stim­mend von den Teil­neh­mern bekun­det wird – unge­ach­tet der posi­ti­ven Zusam­men­fas­sun­gen, die nach den Tagun­gen ver­öf­fent­licht wer­den. Die Nach­hal­tig­keit und Pro­duk­ti­vi­tät die­ses wich­ti­gen Pro­zes­ses kann auf die­sem Wege nicht her­ge­stellt wer­den. Die Annä­he­rungs­pro­zes­se sol­len den Men­schen und den Regio­nen hel­fen, die indus­tri­el­len und gewerb­li­chen Kom­po­nen­ten der wirt­schaft­li­chen Moder­ni­sie­rung mit den ent­spre­chen­den sozia­len Pro­zes­sen, vor allem mit Aus­bil­dung und Anpas­sung gewach­se­ner Struk­tu­ren an moder­ne For­men der Kom­mu­ni­ka­ti­on und des Manage­ment zu ver­knüp­fen. Die Instru­men­te zur Zusam­men­ar­beit mit der Zivil­ge­sell­schaft der Euro­päi­schen Uni­on und der Mit­glied­staa­ten sind noch unter­ent­wi­ckelt und bedür­fen qua­li­fi­zier­ter Ver­bes­se­rung. Die „Farb­re­vo­lu­tio­nen“ in den post­so­wje­ti­schen Gesell­schaf­ten, aber auch auf dem West­bal­kan haben gezeigt, dass die Besei­ti­gung des auto­ri­tä­ren Regimes nicht auto­ma­tisch zu einer nach­hal­ti­gen Demo­kra­ti­sie­rung führt. Aus die­ser Erfah­rung her­aus soll­te die Euro­päi­sche Uni­on in einem struk­tu­rier­ten Ansatz lang­fris­tig auf eine Stär­kung der Zivil­ge­sell­schaft in Bela­rus set­zen. In Bela­rus kommt hin­zu, dass das Regime wegen der mas­si­ven Repres­sio­nen und wegen nach­ge­wie­se­ner feh­len­der Zuver­läs­sig­keit als Part­ner der Euro­päi­schen Uni­on aus­fällt. Die Euro­päi­sche Uni­on soll­te auch des­we­gen vor­ran­gig die Zivil­ge­sell­schaft als ihren Part­ner anse­hen. Der in die­sem Jahr begon­ne­ne Moder­ni­sie­rungs­dia­log der Euro­päi­schen Uni­on mit der bela­rus­si­schen Zivil­ge­sell­schaft trägt die­ser Ent­wick­lung Rech­nung und ist ein rich­ti­ger Ansatz. Für die Zusam­men­ar­beit mit der Zivil­ge­sell­schaft hat sich das Zivil­ge­sell­schaft­li­che Forum der Öst­li­chen Part­ner­schaft als wert­vol­les Instru­ment eta­blie­ret. Gera­de in Bela­rus, des­sen Orga­ni­sa­tio­nen im Forum beson­ders aktiv sind, hat das Forum zu einer stär­ke­ren Ver­net­zung der Zivil­ge­sell­schaft unter­ein­an­der geführt. Auch die Zusam­men­ar­beit und der Erfah­rungs­aus­tausch mit aus­län­di­schen Orga­ni­sa­tio­nen im Rah­men der Öst­li­chen Part­ner­schaft erschei­nen sinn­voll. Das Forum kann zudem für die Euro­päi­sche Uni­on als kom­pe­ten­ter Ansprech­part­ner und Rat­ge­ber fun­gie­ren. Aller­dings fehlt dem Zivil­ge­sell­schaft­li­chen Forum bis­lang eine geeig­ne­te Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, die eine kon­ti­nu­ier­li­che und effek­ti­ve Arbeit sichert. Ein Sekre­ta­ri­at ist im Auf­bau begrif­fen. Des­sen dau­er­haf­te Finan­zie­rung soll­te durch die Euro­päi­sche Uni­on sicher­ge­stellt wer­den. Auch ist zu erwä­gen, ob dem Forum hin­rei­chend Mit­tel zur eigen­stän­di­gen Finan­zie­rung von Pro­jek­ten zur Ver­fü­gung gestellt wer­den kön­nen. Als frag­lich muss gel­ten, ob die poli­ti­sche Ebe­ne die bestehen­den Defi­zi­te bei der Koor­di­nie­rung und Legi­ti­ma­ti­on inner­halb des Forums behe­ben kann, ohne in die Auto­no­mie der Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on ein­zu­grei­fen. Das Forum muss eige­ne Anstren­gun­gen zur Stei­ge­rung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit unter­neh­men. Um die Unab­hän­gig­keit des Forums von der Exe­ku­ti­ven der Euro­päi­schen Uni­on zu sichern, soll­te die Euro­päi­sche Uni­on zur Unter­stüt­zung vor­ran­gig Exper­ti­se anbie­ten und das Bereit­stel­len sel­bi­ger erleich­tern. Neben dem Moder­ni­sie­rungs­dia­log und dem Zivil­ge­sell­schafts­fo­rum benö­tigt die Zivil­ge­sell­schaft in Bela­rus wei­te­re auch finan­zi­el­le Unter­stüt­zung der Bür­ger­ge­sell­schaft. Hier­bei soll­te die Unter­stüt­zung grund­sätz­lich mög­lichst breit gestreut sein, um Mono­po­li­sie­run­gen zu ver­hin­dern und die unver­meid­ba­re Fehl­lei­tung von Mit­teln durch Unter­stüt­zung von Schein­or­ga­ni­sa­tio­nen ein­zu­gren­zen. Die Mit­tel­ver­ga­be zur Unter­stüt­zung der Zivil­ge­sell­schaft in Bela­rus soll­te an die beson­de­ren Bedin­gun­gen des auto­ri­tä­ren Regimes ange­passt und ent­bü­ro­kra­ti­siert wer­den. In Bela­rus sind die lang­wie­ri­gen und umständ­li­chen Antrags­for­ma­li­tä­ten sowie die gefor­der­te detail­lier­te Rech­nungs­pflicht für Orga­ni­sa­tio­nen, die häu­fig in der Ille­ga­li­tät agie­ren müs­sen, rea­li­täts­fremd. Unab­hän­gi­ge Unter­stüt­zungs­or­ga­ni­sa­tio­nen zei­gen, wie Mit­tel ein­fa­cher bereit­ge­stellt wer­den kön­nen. Nach­ran­gig erscheint die Fra­ge, ob die Mit­tel aus bestehen­den Instru­men­ten der Euro­päi­schen Uni­on oder aus dem im Auf­bau befind­li­chen „European Endow­ment for Demo­cra­cy“ stam­men. Das nun geschaf­fe­ne Instru­ment des Men­schen­rechts­be­auf­trag­ten der Euro­päi­schen Uni­on, dem auch die Zusam­men­ar­beit mit der Zivil­ge­sell­schaft der Part­ner­län­der in Ost­eu­ro­pa wich­tig sein muss, hat dabei eben­so eine Bedeu­tung wie die Ent­wick­lung von aka­de­mi­schen Zen­tren und Lehr­stüh­len für Trans­for­ma­ti­ons­fra­gen in Ost­eu­ro­pa, z.B. an der Euro­pä­isch-Huma­nis­ti­schen Uni­ver­si­tät in Vil­ni­us, aber nicht nur dort. Auch die Bil­dung von Bela­rus­si­schen Aka­de­mi­en mit und von im Aus­land leben­den Bela­rus­sen kann eine wich­ti­ge Funk­ti­on in die­sem lang­fris­tig ange­leg­ten Pro­zess spie­len. Vor­stel­lun­gen zur Bil­dung einer Exil­re­gie­rung oder der Wie­der­auf­nah­me der nach 1919 im Exil gegrün­de­ten poli­ti­schen Struk­tur der RADA dürf­ten kaum Reso­nanz fin­den, da – unge­ach­tet aller poli­ti­schen Kon­flik­te mit der Regie­rung in Minsk und ihres demo­kra­ti­schen Legi­ti­ma­ti­ons­de­fi­zits – nicht die Absicht besteht, die Tür für eine umfas­sen­de Zusam­men­ar­beit mit der Regie­rung zuzu­schla­gen. EU-Kom­mis­sar Füle – zustän­dig für die Öst­li­che Part­ner­schaft – hat sich mehr­fach für die Ent­wick­lung akti­ver Bezie­hun­gen mit den Zivil­ge­sell­schaf­ten in den Län­dern der Öst­li­chen Part­ner­schaft aus­ge­spro­chen. Vor­schlä­ge für kon­kre­te Maß­nah­men 1. Aus­baus des Kon­zepts der Zusam­men­ar­beit mit der Zivil­ge­sell­schaft auf dem Fel­de der Trans­for­ma­ti­on der staat­li­chen Ord­nung, der indus­tri­el­len-gewerb­li­chen Basis ein­schließ­lich Land­wirt­schaft und der sozia­len Struk­tu­ren und Ein­rich­tun­gen im Lan­de. 2. Bil­dung von Trans­for­ma­ti­ons­zen­tren und Lehr­stüh­len für Trans­for­ma­ti­ons­fra­gen an euro­päi­schen Uni­ver­si­tä­ten und an For­schungs- und Lehr­in­sti­tu­ten in Ost und West für die Ent­wick­lung aka­de­misch und fach­spe­zi­fisch aus­ge­bil­de­ten Per­so­nals. Die sys­te­ma­ti­sche Zusam­men­ar­beit mit den schon im zivil­ge­sell­schaft­li­chen Bereich geschaf­fe­nen For­schungs­ein­rich­tun­gen muss Bestand­teil die­ser Per­spek­ti­ve sein (z.B. IISEPS, Minsk). 3. Die Visums­frei­heit ist von hoher psy­cho­lo­gi­scher Bedeu­tung für die Glaub­wür­dig­keit der Öst­li­chen Part­ner­schaft in Ost­eu­ro­pa – einem Teil Ost­eu­ro­pa, der sich nach wie vor als mar­gi­na­li­siert in dem Euro­pa der Euro­päi­schen Uni­on ansieht. 4. Die For­de­rung nach Ver­le­gung der Eis­ho­ckey-Welt­meis­ters­haft 2014 von Minsk an einen ande­ren Aus­tra­gungs­or­tes bleibt auf der inter­na­tio­na­len Tages­ord­nung unge­ach­tet der Posi­ti­on, die der Inter­na­tio­na­le Eis­ho­ckey-Ver­band zur Auf­recht­erhal­tung von Minsk als Aus­tra­gungs­ort im Juni 2012 ein­ge­nom­men hat. 5. Die Ver­wen­dung deut­scher Finanz­mit­tel für die Zivil­ge­sell­schaft soll­te mit dem Ziel unter­nom­men wer­den, poli­tisch ver­folg­ten Men­schen und ihren Fami­li­en nach­hal­tig zu hel­fen – huma­ni­tä­re Hil­fe die Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se in Gesell­schaft, Poli­tik, Wirt­schaft und Bil­dung als The­ma­tik von Leh­re, For­schung und Fach­aus­bil­dung zu akzen­tu­ie­ren und Instru­men­te der Unab­hän­gi­gen Medi­en zu för­dern 6. Der Wes­ten trägt mit den bereits aus­ge­zahl­ten Kre­di­ten des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds und sei­nem Markt für bela­rus­si­sche Öl-Erzeug­nis­se wesent­lich zur wirt­schaft­li­chen Sta­bi­li­tät des Regimes bei, allen vor­an die Öl ver­ar­bei­ten­den Indus­tri­en. Der Export die­ser Waren macht etwa 40 Pro­zent der Aus­fuh­ren von Bela­rus aus und ist eine der wich­tigs­ten Ein­nah­me­quel­len des Prä­si­dia­len Appa­ra­tes. Die­se Rol­le gilt es zu über­den­ken. Die EU-Sank­tio­nen soll­ten ver­schärft wer­den. Kon­kre­te Unter­neh­men könn­ten mit Sank­tio­nen belegt wer­den – vor allem Öl ver­ar­bei­ten­de Fir­men.